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Mittwoch, 4. November 2009

Das tragische Gedicht des Tages

Ich ging in' Laden - kaufbereit
ich war sehr froh und grinste breit
doch unerträglich ward mein Leid,
denn Ambilight hat Lieferzeit.


[Übersetzung für alle nicht-Mongos da draussen: Ich wollte einen Fernseher kaufen, der war aber nicht lieferbar und nun muss ich warten]

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Impressionen einer Dienstreise

Bin momentan in Spanien auf einer zweitägigen Dienstreise mit meinem Chef.
Ein paar Impressionen...
  • Zeitgleich mit der Konferenz ist der Fußballverein von Valencia in diesem Hotel, weil heute Abend Alcoy (da bin ich momentan) gegen Valencia spielt. Polizei vor dem Hotel, welche die Kinder zurückhält, die Autogramme wollen :-)
  • In Spanien scheint die 13 keine Unglückszahl zu sein, denn das ist meine Zimmernummer
  • Spanier sprechen nicht intensiv englisch, auch die Wissenschaftler nicht so wirklich
  • Daher konnte ich ausgiebig das Fingerfood testen, was alles recht lecker war. Besonders die Mini-Ciabatta mit der leckeren Salami sind toll
  • Zum Frühstück gab es neben den Müslis und Konfitüredingelchen auch lecker lecker fettig fettig Ceranoschinken
  • Ich liebe frei verfügbares Internet (hier in der Lobby). Vielleicht wird mit dem Auslaufen der Exklusiverträge (ab 2010 soll angeblich das T-Online-Monopol aufs iPhone fallen) das mobile Internet auch günstiger. Dann schaff ich mir auch sowas an
  • Es tut gut, während eines vllt. nicht so relevanten Vortrags mal die Gedanken schweifen zu lassen und die Dinge des Arbeitslebens zu ordnen. Habe vorhin eine Struktur für einen Vortrag gemacht und überlegt, wie unsere Projekthomepage aussehen soll. Diese Muße hätte ich im Büro nicht gehabt
Morgen Abend gehts wieder nach Düsseldorf/Aachen...

Sonntag, 11. Oktober 2009

Auf Rezept

"Warte, ich hole mir gerade mal einen Stift."

Ich schaue ein wenig verwirrt, als mein Gegenüber aufsteht, um sich Stift und Papier zu holen und meine Worte von eben aufzuschreiben.

Dabei hatte ich gerade weder einen besonders guten Spruch gebracht, noch führte ich ein Interview. Ich erklärte ihm nur gerade, wie er an eine E-Mail ein Bild anhängen kann. Und mein Gegenüber wollte sich genau das aufschreiben - Schritt für Schritt, wie in einem Kochrezept.

Dabei ist mein Gegenüber weder besonders Computer-unerfahren, noch ist er ungebildet: Ein Mann in den 50ern, berufstätig, mit Hochschulabschluss.
Und dennoch pflegt er einen Stapel mit Blättern, auf denen fein säuberlich "Kochrezepte" für alltägliche Computer-Tätigkeiten aufgeschrieben sind: Eine E-Mail schreiben, eine Tabelle anlegen, ein Diagramm erstellen.

Es wäre zu einfach, dies nur als Marotte abzutun: Immer häufiger stoße ich auf Leute, die irgend etwas am Computer tun müssen, aber dies nur mit Kochrezepten schaffen.

Die Business-Variante davon sieht so aus: Eine Powerpoint-Präsentation, in dem auf jeder Seite ein Screenshot steht und mit Pfeilen markiert ist, wo man jetzt klicken muss, um zum nächsten Schritt zu kommen.

Das schlimme daran ist eigentlich nur, dass viele Leute so etwas mittlerweile völlig normal finden. Und das ist nicht nur deswegen ärgerlich, weil die Kochrezept-Leute ja auch mal lernen könnten, was denn der tiefere Sinn hinter dem ist, was sie da tun - sondern auch weil immer wieder Software eingesetzt wird, wo solches Kochrezept-Denken nötig ist.

Ich saß selber mal vor so einem Programm, an dem scheinbar nichts irgendeinen Sinn zu machen schien und ich irgendwann resigniert auch auf ein Kochrezept zurückgegriffen habe. Und ich bin immerhin Diplom-Informatiker! Das war wirklich ein erniedrigendes Erlebnis.

Die Lösung: Software muss eigentlich immer so gestaltet sein, dass man diese Kochrezepte nicht braucht und auch wirklich eine Chance hat zu verstehen, was man da tut. Auf der anderen Seite müssen viele auch lernen, dass die Bedienung von Computern mittlerweile eine Kultur-Technik ist.

Ich fürchte, das wird ein langer und steiniger Weg.

Montag, 7. September 2009

Erkenntnis des Tages

Für Hindus ist Selbstmord nur eine temporäre Lösung

Dienstag, 28. Juli 2009

Toilettenlyrik und andere ganz normale Dinge



Vor einigen Jahren habe ich für das Hochschulradio Aachen mal einen Beitrag über Klosprüche gemacht. Die Idee fand ich damals total cool und abgefahren: Ich wollte einen Bericht darüber machen, was Studenten so auf Toilettenwände schreiben und ganz nebenbei noch herausbekommen, ob es Unterschiede zwischen Fachbereichen und Geschlechtern gibt. Die Analyse der Damentoiletten habe ich jedoch an eine Kollegin deligiert, also nicht dass jemand was Falsches denkt.

Heraus gekommen ist ein netter, kleiner Bericht, in den wir unsere persönlichen Highlights zusammen mit einigen subjektiven Eindrücken zu Toiletten-Trends gepackt haben.

Heute musste ich an diesen Bericht denken, da ich zufälligerweise kurz hintereinander zwei Dinge im Netz gefunden habe: Einmal das Toiletters-Blog, das sich mit nichts anderem als mit (englischsprachigen) Klosprüchen beschäftigt. Und dann noch eine Magisterarbeit an der Uni Bonn, in der sich eine Studentin mit Klo-Graffiti wissenschaftlich auseinandersetzte.

Ich könnte nun damit prahlen, dass ich diese bekloppte Idee schon vor mehreren Jahren hatte und schon damals Klo-Lyrik als das nächste große Ding identifiziert habe. Ich könnte auch über die scheinbaren Nachahmer jammern, auch wenn ich natürlich nicht weiß, ob irgendwer damals meinen Bericht überhaupt gehört hat.

Was ich aber daran wirklich interessant finde: Egal, wie bekloppt eine Idee ist, irgendwer hat sie garantiert schonmal so ähnlich gehabt und mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar veröffentlicht. Und ich finde das kein bißchen ärgerlich oder beunruhigend, sondern einfach nur gut. Denn so merkt man, dass man mit fast keiner wirren Idee jemals alleine ist - und dass es das "normale" Denken so eigentlich gar nicht gibt.

Dieser Beitrag wäre aber nicht komplett ohne meinen Allzeit-Klospruch-Favoriten, den ich einmal in einer Toilette des ehrwürdigen Audimax an der RWTH Aachen gelesen habe:

Linke Wand: Klo-Tennis. Schau nach rechts!
Rechte Wand: Klo-Tennis. Schau nach links!

Dienstag, 21. Juli 2009

Digitaler Rettungsreifen

Einer der Gründe, warum mein digitales Ego in letzter Zeit etwas stiller geworden ist, liegt darin, dass ein bevorstehender Umzug mich im Moment ein wenig auf Trab hält. Die neue Wohnung ist nur um die Ecke, und natürlich größer, schöner, toller und alles! Aber wie so ein Umzug nunmal ist, ist sowas eben auch echt stressig.

Da kann ich so eine Aktion wie die von meinem Internet-Provider heute gar nicht brauchen: Der hat meinen Umzugsantrag dermaßen gründlich in den Sand gesetzt, dass ich es immer kaum noch glauben kann. Die Langversion dieser Geschichte teile ich gerne bei einem Bier - und dafür habe ich in den nächsten Wochen umso mehr Zeit, weil ich kein Internet haben werde.

Doch zum Glück habe ich hier noch diesen kleinen, weißen Rettungsring, den ich schon zu Unrecht getadelt hatte. Der dürfte in den nächsten Wochen sowas wie mein digitaler Rettungsreifen werden - und es ist irgendwie interessant, wie schnell so ein Sinneswandel gehen kann.

Sonntag, 5. Juli 2009

Fonic Surf Stick - Produkttest

Ich mache zur Zeit bei einem Produkt-Test mit:
trnd lässt mich für ein paar Wochen den Surf-Stick von Fonic testen, mit dem ich (theoretisch) von überall her ins Internet gehen kann.

Im Prinzip ist das auch eine ganz nette Sache: Man erwirbt einmal den Stick für 80 € und zahlt dann bei Bedarf 2,50 € für eine Tages-Flat - aber nur, wenn man sie auch braucht. Ich muss für den Test natürlich nichts zahlen, aber es beschwert sich garantiert niemand, wenn ich das Ding hinterher auch kaufe.

Internet überall klingt erstmal fantastisch - funktioniert aber in der Praxis leider nicht ganz so gut, wie man sich das vorstellt. Wirklich interessant wäre das für mich nämlich nur für 2 Szenarien:

1. Im Zug - aber nur wenn es da kein T-Mobile WLAN gibt (das kann ich nämlich durch meinen iPhone-Vertrag sowieso kostenlos nutzen)
2. Zum Arbeiten, damit ich hier flexibel bin (in meiner Firma ist Home-Office möglich)

Das mit dem Zug hatte sich relativ schnell erledigt: Auf der Fahrt im Thalys von Köln nach Aachen hatte ich alle 3 Minuten Verbindungsabbrüche und war mehr mit der Software beschäftigt als mit der tatsächlichen Internet-Nutzung. Ich vermute mal, dass das nicht an dem Stick selber, sondern an Mobilfunknetzen in Zügen generell liegt - nützlicher wird es dadurch aber auch nicht.

Und was das Arbeiten von überall her angeht: Spätestens wenn ich den VPN-Client anknipse (was ich muss, um ins Firmennetz zu kommen) wird das Ganze so unerträglich langsam, dass es auch keinen Spaß mehr macht.

Zum Ende des Produkttests kann ich den Stick günstig kaufen - werde es aber wohl nicht machen. Schade, denn eigentlich ist das Angebot eine gute Idee. Die Installation ist easy, die Preise vertretbar und transparent. Aber solange Mobilfunknetze noch derart vor sich hin schnecken macht das einfach keinen Spaß. Das dürfte bei anderen Netzprovidern nicht anders sein, aber mir ist dadurch erst klar geworden, dass DSL-Geschwindigkeit für mich mittlerweile das erträgliche Minimum ist. Damit bin ich also doch wieder auf WLANs angewiesen - aber zum Glück gibts die mittlerweile ja auch fast überall.

Übrigens ist die Produktpräsentation des Produktmanagers von Fonic ein schönes Stück Realsatire. Das sollte er in Zukunft besser anderen überlassen.



Update: Netterweise darf ich den Stick jetzt doch kostenlos behalten.

Sonntag, 28. Juni 2009

Der fliegende Fotograf - reloaded

Vor ca. einem Jahr habe ich einen Beitrag über Luftfotografie hier in diesem Blog veröffentlicht. Vor ein paar Tagen gab es eine zweite Runde zu diesem Thema.

Der Institutsneubau ist fertig gestellt und bezogen worden. Da der Chef auch gerne aktuelle Luftbilder hätte, wurde ein weiterer Flug aus dem Institutsbudget genehmigt (Anmerkung: So teuer ist das nicht. Der Pilot ist ein Mitarbeiter von uns, das Flugzeug gehört dem Flugverein und kostet inkl. Sprit ca. 150 Euro die Stunde. Der Flug dauerte ca. 20 min, die Kosten waren also überschaubar).

Diese mal hatten wir nicht die Cessna, sondern einen schönen kleinen Viersitzer:

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Ich saß auf der rechten Seite vorne. Als Kamera kam das gleiche Setup wie beim letzten mal zum Einsatz: Nikon D70s mit Nikkor 70-300 f3.5-5.6 VR Tele drauf.

Der erste Flug war vor ca. genau einem Jahr gewesen. Dieses mal hatten wir das gleiche Wetter. Es war sehr warm und die Sonne schien prächtig. Warm bedeutet also wieder Thermik, es ruckelt ab und zu ein wenig.

Nach dem Start waren wir in wenigen Minuten über dem Neubau. Ich stellte die Kamera auf Dauerfeuer und schoss in genau 4 Minuten und 30 Sekunden 197 Aufnahmen (hab ich anhand der EXIF-Daten der Bilder überprüft).

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Da die Sonne trotz der Abendstunde (kurz vor sieben) noch recht hell war, belichtete ich manuell eine Blendenstufe unter. Das war ein wenig viel, wie sich später herausstellte. -0,7 Blendenstufen wären besser gewesen. Aber wozu schiesst man RAW und kann alles nachziehen... Ohne Cockpitscheibe wäre das ganze bestimmt nochmal besser. Ich muss einfach mal mit dem Ultralight-Flieger ne Runde drehen.

Diesmal stellte sich die vom ersten Flug bekannte fatale Übelkeit nicht ein. Ich habe dazugelernt und folgenden Trick herausgefunden: Wenn man beim Fotografieren beide Augen offen lässt, überlagern sich die Bilder vom Sucher und das normale Bild. Das Sucherbild ist wegen der Brennweite (hab meist auf 70-100 mm geschossen) wackeliger als das normale Bild. Da das Gehirn nun vom anderen Auge aber das natürliche Bild bekommt, hat man einen Ankerpunkt und das ganze wirkt ruhiger. War deutlich angenehmer.

Nach wie gesagt viereinhalb Minuten war der Spaß vorbei und wir sind Richtung Innenstadt abgedreht. Hier ein paar Aufnahmen vom Dom, Rathaus und der Fakultät für Maschinenwesen (der blaue Klotz):

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Von 20090624 Luftbilder Innotex

Danach zurück zum Flughafen und einer sicheren Landung.

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