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Samstag, 22. April 2006

Tunnel

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück (Rühreier mit Speck und Toast) schauen wir das erste Mal im Konferenzzentrum vorbei.
Der Bau ist höchst beeindruckend: Ein riesengroßer, moderner Glasbau, aber zum Glück durch gezielten Farbeinsatz nicht so steril wirkend. Nach einigem Suchen finden wir dann auch tatsächlich einen der Konferenzorganisatoren. Er sagt uns, dass anscheinend gar nicht mehr viel zu tun ist. Der Teil der Konferenz, den wir betreuen, ist schon größtenteils aufgebaut und den Rest können wir erst morgen machen, da erst dann die Ton- und Video-Ausrüstung kommt.

Also schauen wir uns unseren Teil nur kurz an und quatschen ein wenig mit den ersten Teams, die schon ihre Exponate aufbauen. Bisher sind nur ein paar Leute aus Singapur da, die für ihr System eine berührungsempfindliche Bodenfläche brauchen und deswegen ziemlich viel aufzubauen haben. Wir entschliessen uns, bis zum späten Nachmittag vor Ort zu bleiben, falls sie etwas brauchen, und bereiten noch selber einige Videos für unser System vor.

Mittagessen muss natürlich zwischendrin trotzdem drin sein. Eric schlägt vor, in ein chinesisches Dim Sum-Restaurant zu gehen. Für die, die das nicht kennen: Man ernährt sich da hauptsächlich von kleinen Häppchen (Teigtaschen, Fleischbällchen, Mini-Frühlingsrollen, ...) und nascht sich quasi satt. Das Essen bestellt man in kleinen Portionen von Wägelchen, die die ganze Zeit durch das Restauran gefahren werden. Eine neue Erfahrung für mich, aber durchaus lecker. Bin trotzdem froh, Eric dabei zu haben, der nicht nur Empfehlungen geben, sondern auch auf chinesisch bestelllen kann.

Nachmittags werden noch ein paar Leute gebraucht, die 2.500 Tüten für die Konferenzteilnehmer mit Programmen, Infoflyern und ähnlichem Zeug packen. Eigentlich sollen das die offiziellen studentischen Helfer machen, aber da ich gerade nichts zu tun habe helfe ich ein wenig mit. Die Arbeit ist stupide, aber ich lerne ein paar der Studenten kennen, die da mitarbeiten. Die Leute kommen aus der ganzen Welt und während wir uns gegenseitig verbal ein wenig beschnuppern vergeht die Zeit wie im Flug. Möglicherweise gehe ich heute Abend auch mit ein paar von denen ein wenig aus.

Zurück zum Hotel nehmen wir nicht den normalen Fussweg, sondern einen langen, langen Fussgängertunnel. Dazu muss man wissen, dass es in Montréal im Winter so kalt wird, dass niemand vor die Tür geht. Also haben die Montréaler ihre komplette Innenstadt untertunnelt, so dass man trockenen und warmen Fußes fast überall hin kommen kann.
Das ganze erinnerte mich ein wenig an ein modernes Moria, auch wenns teilweise durchaus nett gemacht ist und natürlich total praktisch ist.

Tunnel in Montreal

Mit diesem Bild verabschiede ich mich auch dann für heute. Was das Nachtleben heute noch so bringt schreibe ich dann morgen.

Angekommen in Montreal

Nach einem langen Reisetag (9 Stunden im Flugzeug, 4 Stunden in London rumhängen) bin ich jetzt gut in Montréal angekommen.
Die Reise war gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Erstmal in Düsseldorf eingecheckt, Kaffee getrunken, zum Gate gegangen, nach London geflogen. In London dann den wirklich riesigen Flughafen Heathrow bestaunt (eines der vier Terminals wirkt etwa so groß wie der komplette Düsseldorfer Flughafen) und erstmal ein schönes, großes Guiness gegönnt. :-) Netterweise gibt es am Flughafen einen ruhigen Warteraum mit relativ bequemen Sitzen, in dem wir die Wartezeit relativ entspannt verbringen konnten.

Der Flug nach Montréal war dann zwar lang, aber es gab (für ein Flugzeug) recht gutes Essen und es wurde "The Chronicles Of Narnia" gezeigt, den ich eh noch sehen wollte. Noch ein bischen dösen und kurz das Notebook aufgeklappt und schon war der Flug rum. In Montréal hab ich dann direkt erstmal was ganz böses getan: Ich habe auf meiner Zollkarte angegeben, dass ich keine Nahrungsmittel einführe. Dabei hatte ich ein Päckchen Studentenfutter in meiner Reisetasche. Evil, oder? ;-)

Anschliessend mit dem Taxi zum Hotel, wo schon mein Kollege Eric wartete, mit dem ich ich mir ein Doppelzimmer teile. Die Doppelzimmer sind dabei aber so luxuriös, dass das wirklich kein Problem ist. Mein Bett sieht so aus:

Mein Hotelzimmerbett in Montreal

Und Eric hat auch nochmal so eins. Sowas habe ich in Deutschland teilweise schon als Doppelbett gesehen. Und es gibt auch noch kostenlos WLAN auf dem Zimmer. Dabei zahlen wir einen Preis, für den man sonst wohl gerade mal in einer billigen Absteige nächtigen könnte. Jonathan und ich sind dann nochmal kurz in die nahe gelegene Innenstadt, um eine Kleinigkeit zu essen, aber da wir keine große Lust auf rumlaufen haben und schon relativ müde sind landen wir doch nur bei Burger King, wofür ich mich anschliessend erstmal von Eric auslachen lasse ("Deine erste Mahlzeit in Kanada ist ausgerechnet Burger King?!?").

Heute werden wir wohl erstmal zum Konferenzzentrum und mal schauen, wie man aus einem leeren Raum den "CHI Interactivity Chamber" machen kann. Ich bin gespannt. :-)

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