Zu kompliziert?
Seit gut zwei Jahren habe ich nun den kuscheligen Elfenbeinturm der Universität verlassen und bin den Wirrungen des "wahren Lebens" ausgesetzt. Das mag jetzt übertrieben dramatisch klingen, aber tatsächlich hatte ich in den letzten 1-2 Jahren meines Studiums das Gefühl, das System "Universität" ganz gut verstanden zu haben. Ich wusste, wo ich was bekam, kannte die Regeln des Systems und konnte sie gut zu meinem Vorteil nutzen.
Seitdem ich kein Student mehr bin muss ich mich mit vielen Dingen rumärgern, die vorher kein großes Thema waren. Private Altersvorsorge. Verträge. Behörden. Versicherungen. Solcher Kram halt. Jeder, der sich da mal reinarbeiten musste weiss, wie nervig und kompliziert sowas sein kann, aber dass man da doch irgendwie durch muss.
Da mag etwas dran sein - aber irgendwie bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass mit diesem ganzen komplizierten Zeug irgendwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung ist. Da entstehen Millionen-Kosten, weil Patienten ihre Beipackzettel nicht verstehen. Werbe-Kampagnen gehen an Konsumenten vorbei, weil sie auf Englisch sind. Und jeder, der sich auf einer Webseite anmeldet, stimmt einem Dokument zu, das er kaum versteht.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass die erwähnten Geschichten nur die Spitze des Eisbergs sind. Was ist hier eigentlich los?
Ich bin mir sicher, dass all diese Dokumente von intelligenten, verantwortungsbewussten Profis geschrieben wurden. Und doch gehen deren Botschaften an einem nicht gerade kleinen Teil der Bevölkerung komplett vorbei. Ich glaube, ein guter Teil des Problems liegt darin, dass jeder von diesen intelligenten, veranwortungsbewussten Profis seinen Job ganz besonders gründlich erledigen möchte - und dabei komplett vergisst, dass für alle außer ihm das Ergebnis seiner Arbeit nur einen mittleren bis hinteren Platz in den individuellen Prioritäten ausmacht.
Ein paar Hoffnungsschimmer gibt es aber auch, z.B. in Form des amerikanischen Plain Language Act, der Regierungsinstitutionen die Verwendung klarer, verständlicher Sprache vorschreibt. Eine ähnliche Initiative wäre doch mal in Deutschland eine feine Sache - oder wäre das zu kompliziert?
Seitdem ich kein Student mehr bin muss ich mich mit vielen Dingen rumärgern, die vorher kein großes Thema waren. Private Altersvorsorge. Verträge. Behörden. Versicherungen. Solcher Kram halt. Jeder, der sich da mal reinarbeiten musste weiss, wie nervig und kompliziert sowas sein kann, aber dass man da doch irgendwie durch muss.
Da mag etwas dran sein - aber irgendwie bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass mit diesem ganzen komplizierten Zeug irgendwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung ist. Da entstehen Millionen-Kosten, weil Patienten ihre Beipackzettel nicht verstehen. Werbe-Kampagnen gehen an Konsumenten vorbei, weil sie auf Englisch sind. Und jeder, der sich auf einer Webseite anmeldet, stimmt einem Dokument zu, das er kaum versteht.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass die erwähnten Geschichten nur die Spitze des Eisbergs sind. Was ist hier eigentlich los?
Ich bin mir sicher, dass all diese Dokumente von intelligenten, verantwortungsbewussten Profis geschrieben wurden. Und doch gehen deren Botschaften an einem nicht gerade kleinen Teil der Bevölkerung komplett vorbei. Ich glaube, ein guter Teil des Problems liegt darin, dass jeder von diesen intelligenten, veranwortungsbewussten Profis seinen Job ganz besonders gründlich erledigen möchte - und dabei komplett vergisst, dass für alle außer ihm das Ergebnis seiner Arbeit nur einen mittleren bis hinteren Platz in den individuellen Prioritäten ausmacht.
Ein paar Hoffnungsschimmer gibt es aber auch, z.B. in Form des amerikanischen Plain Language Act, der Regierungsinstitutionen die Verwendung klarer, verständlicher Sprache vorschreibt. Eine ähnliche Initiative wäre doch mal in Deutschland eine feine Sache - oder wäre das zu kompliziert?
marvis - 2. Nov, 17:43
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
