Shabu Shabu
Die Tage hier beginnen mit einem etwas bizarren, aber durchaus spassigen und sinnvollen Ritual: Der sog. "CHI Madness". Im größten Vortragssaal bekommt jeder Vortragende des Tages weniger als eine Minute Zeit, um auf seinen Vortrag aufmerksam zu machen. Da an einem Tag so 20-30 Leute vortragen dauert das ganze dann doch eine ganze Weile und um nicht in der Masse unterzugehen lassen sich die Leute einiges einfallen. Eine hat ihre Ankündigung gesungen, ein anderer spielte ein Stück von AC/DC (und benutzte AC/DC auch als Abkürzung für den Vortragstitel) und ein dritter pries seinen Talk wie einen Boxkampf an. Die meisten machen das natürlich eher neutral-nüchtern, aber es sind trotzdem immer ein paar lustige Sachen dabei und man bekommt so einen guten Überblick über den Tag.
Die Morgensessions verpasse ich leider, da ich mit meinem Prof durch Montreal eiere und eine neue, externe Festplatte für unser Exponat besorge. Naja, ich bin ja schliesslich nicht nur zum Spass hier. Danach betreue ich noch ein wenig unseren Stand. Es ist mal wieder einiges los und ich bin gut beschäftigt.
Anschliessend komme ich doch noch dazu, einige Vorträge zu hören:
"Answering Why and Why Not Questions in User Interfaces" drehte sich um alternative Wege, Hilfefunktionen in ein Programm zu einzubauen und insbesondere dem Benutzer klar zu machen, warum bestimmte Dinge passieren (obwohl sie sonst scheinbar nie passieren) und warum manches nicht funktioniert, obwohl "es das doch sonst immer tat". Es wurde dafür ein neues Menu eingeführt, in dem man solche Fragen kontextabhängig stellen konnte und sie auch sinnvoll beantwortet wurden. Insgesamt ein sehr interessanter Ansatz, aber ich bin etwas skeptisch was den praktischen Aufwand und die Skalierbarkeit auf tausende von Funktionen angeht.
Gegen 3 stellt mein Kollege Eric unser System "iSymphony" vor. Seinen Vortrag kannte ich schon, also nicht viel neues hier. Man merkt ihm etwas Nervosität an, aber ansonsten bringt er das gut hinter sich und es kommen auch einige interessierte Fragen.
Außerdem freute er sich darüber, dass Jacob Nielsen, auch eine bekannte Szene-Persönlichkeit, bei seinem Vortrag zugehört hat.
"Implications for Design" war mal wieder einer dieser Talks, der eher inspirierend als informativ war, was jedoch nicht negativ gemeint ist. Er beschäftigte sich mit der Rolle des UI-Designers bei der Erforschung potentieller Benutzer, was letztlich ja nichts anderes als Ethnografie ist. Dies wird schon lange praktiziert und ist ein relativ "erwachsenes" Feld. In dem Vortrag wurde mit einigen Mythen aufgeräumt, etwa dass es wenig Sinn macht, einfach nur objektive Fakten zu sammeln. Solche Vorhaben verurteilt der Vortragende als wenig hilfreich und von vornherein zum Scheitern verurteilt, da man gerade bei der Interaktion mit Menschen immer auch beeinflussend wirkt. Ich fand die Details hier nicht so wichtig, aber es war gut, dafür mal sensibilisiert zu werden. Und für seinen Kommentar am Ende, dass die stark gestiegenen Konferenzgebühren für viele eine enorme Barriere sind, die möglicherweise die gleichberechtigte Interdisziplinarität gefährden könnte, gabs auch nochmal Beifall.
"Z-Agon: Mobile Multi-Display Browser Cube" war witzig: Ein paar Leute haben einen Würfel gebaut, auf dem alle Seiten Anzeigeflächen sind, und sich ein paar Anwendungen dafür ausgedacht. Es gab spiele,Filme, zwischen denen man wechseln konnte, und noch ein paar andere Sachen. Von der Idee her relativ einfach, von der technischen Umsetzung aber schon nicht mehr. Wäre auf jeden Fall aber ein sehr nettes Spielzeug.
Bei "CarCOACH" ging es um ein Fahrerassistenzsystem, das einem Fahranfänger Feedback über sein Fahrverhalten gibt. Interessant hier war die Bewertung des Feedbacks: Positives Feedback (Lob) brachte klare Leistungsverbesserung und wurde eher akzeptiert. Negatives Feedback (Kritik) am Fahrer dagegen brachte verschlechtertes Fahrverhalten und nur kurzfristige Effekte. Fand ich sehr interessant, da mich die Frage nach angemessener Rückmeldung in technischen Systemen (und auch im Zwischenmenschlischen) sehr beschäftigt und faszininiert.
Am Ende des Tages ist noch die "Job Fair", wo es dann hemmungslos um das Zusammenbringen der anwesenden Firmenvertreter mit jobsuchenden Konferenzteilnehmern geht. Ich rede nur ein wenig mit einem Menschen von SAP, und ich muss sagen, dass der Laden schon relativ interessant klingt. Besonders die Arbeitsweise klang sehr stark nach dem, wie ich es mir vorstellen würde: Nah am Kunden, teamorientiert und mit starker Betonung von guten Prototypen. Mal gucken, vielleicht bewerbe ich mich da ja mal.
Zum Glück kommen wir heute einigermassen früh aus dem Konferenzzentrum heraus und so gehen wir noch mit ein paar Leuten Shabu Shabu essen. Das ist so eine Art japanisches Fondue, wo man sehr dünne Fleisch- und Gemüsestücke in eine Suppe tunkt, kurz drin lässt und dann mit Soja- oder Erdnussauce ist. Vom Geschmack her schon ungewöhnlich, aber sehr gemütlich und echt lecker!
Morgen gehts früh raus. Eric wollte mich zu einem Frühstück mit ein paar Bekannten mitschleifen. Mal sehen, was daraus wird.
Die Morgensessions verpasse ich leider, da ich mit meinem Prof durch Montreal eiere und eine neue, externe Festplatte für unser Exponat besorge. Naja, ich bin ja schliesslich nicht nur zum Spass hier. Danach betreue ich noch ein wenig unseren Stand. Es ist mal wieder einiges los und ich bin gut beschäftigt.
Anschliessend komme ich doch noch dazu, einige Vorträge zu hören:
"Answering Why and Why Not Questions in User Interfaces" drehte sich um alternative Wege, Hilfefunktionen in ein Programm zu einzubauen und insbesondere dem Benutzer klar zu machen, warum bestimmte Dinge passieren (obwohl sie sonst scheinbar nie passieren) und warum manches nicht funktioniert, obwohl "es das doch sonst immer tat". Es wurde dafür ein neues Menu eingeführt, in dem man solche Fragen kontextabhängig stellen konnte und sie auch sinnvoll beantwortet wurden. Insgesamt ein sehr interessanter Ansatz, aber ich bin etwas skeptisch was den praktischen Aufwand und die Skalierbarkeit auf tausende von Funktionen angeht.
Gegen 3 stellt mein Kollege Eric unser System "iSymphony" vor. Seinen Vortrag kannte ich schon, also nicht viel neues hier. Man merkt ihm etwas Nervosität an, aber ansonsten bringt er das gut hinter sich und es kommen auch einige interessierte Fragen.
Außerdem freute er sich darüber, dass Jacob Nielsen, auch eine bekannte Szene-Persönlichkeit, bei seinem Vortrag zugehört hat.
"Implications for Design" war mal wieder einer dieser Talks, der eher inspirierend als informativ war, was jedoch nicht negativ gemeint ist. Er beschäftigte sich mit der Rolle des UI-Designers bei der Erforschung potentieller Benutzer, was letztlich ja nichts anderes als Ethnografie ist. Dies wird schon lange praktiziert und ist ein relativ "erwachsenes" Feld. In dem Vortrag wurde mit einigen Mythen aufgeräumt, etwa dass es wenig Sinn macht, einfach nur objektive Fakten zu sammeln. Solche Vorhaben verurteilt der Vortragende als wenig hilfreich und von vornherein zum Scheitern verurteilt, da man gerade bei der Interaktion mit Menschen immer auch beeinflussend wirkt. Ich fand die Details hier nicht so wichtig, aber es war gut, dafür mal sensibilisiert zu werden. Und für seinen Kommentar am Ende, dass die stark gestiegenen Konferenzgebühren für viele eine enorme Barriere sind, die möglicherweise die gleichberechtigte Interdisziplinarität gefährden könnte, gabs auch nochmal Beifall.
"Z-Agon: Mobile Multi-Display Browser Cube" war witzig: Ein paar Leute haben einen Würfel gebaut, auf dem alle Seiten Anzeigeflächen sind, und sich ein paar Anwendungen dafür ausgedacht. Es gab spiele,Filme, zwischen denen man wechseln konnte, und noch ein paar andere Sachen. Von der Idee her relativ einfach, von der technischen Umsetzung aber schon nicht mehr. Wäre auf jeden Fall aber ein sehr nettes Spielzeug.
Bei "CarCOACH" ging es um ein Fahrerassistenzsystem, das einem Fahranfänger Feedback über sein Fahrverhalten gibt. Interessant hier war die Bewertung des Feedbacks: Positives Feedback (Lob) brachte klare Leistungsverbesserung und wurde eher akzeptiert. Negatives Feedback (Kritik) am Fahrer dagegen brachte verschlechtertes Fahrverhalten und nur kurzfristige Effekte. Fand ich sehr interessant, da mich die Frage nach angemessener Rückmeldung in technischen Systemen (und auch im Zwischenmenschlischen) sehr beschäftigt und faszininiert.
Am Ende des Tages ist noch die "Job Fair", wo es dann hemmungslos um das Zusammenbringen der anwesenden Firmenvertreter mit jobsuchenden Konferenzteilnehmern geht. Ich rede nur ein wenig mit einem Menschen von SAP, und ich muss sagen, dass der Laden schon relativ interessant klingt. Besonders die Arbeitsweise klang sehr stark nach dem, wie ich es mir vorstellen würde: Nah am Kunden, teamorientiert und mit starker Betonung von guten Prototypen. Mal gucken, vielleicht bewerbe ich mich da ja mal.
Zum Glück kommen wir heute einigermassen früh aus dem Konferenzzentrum heraus und so gehen wir noch mit ein paar Leuten Shabu Shabu essen. Das ist so eine Art japanisches Fondue, wo man sehr dünne Fleisch- und Gemüsestücke in eine Suppe tunkt, kurz drin lässt und dann mit Soja- oder Erdnussauce ist. Vom Geschmack her schon ungewöhnlich, aber sehr gemütlich und echt lecker!
Morgen gehts früh raus. Eric wollte mich zu einem Frühstück mit ein paar Bekannten mitschleifen. Mal sehen, was daraus wird.
marvis - 26. Apr, 04:47
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