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Schmopfkerzen

Das Frühstück verpenne ich, aber mir ist auch nach dem üppigen Abendessen nicht wirklich nach dickem Frühstück. Allerdings erfahre ich später, dass der Laden eigentlich perfekt für mich gewesen wäre, da die Speisekarte größtenteils aus Flachwitzen bestand: "Eggspectations" hiess der Laden und entsprechend gab es wohl haufenweise Ei-Anspielungen wie "Eggstravaganza" oder so.
Naja, schade.

Als erstes höre ich mir eine Podiumsdiskussion zum Thema "Mash-ups" an. Ich kannte den Begriff bisher nur aus dem Musik-Sektor. Da ist ein Mashup ein neues Stück, das aus mehreren bestehenden Stücken gebastelt sind (z.B. Eminem-Raps über ein Stück von Britney Spears). Dabei kommen teilweise ziemlich spassige Sachen rum, und der eine oder andere kennt vielleicht die aktuellen Stücke "Dr. Pressure" oder "Horny As A Dandy". Im Gegensatz zu den meisten Tracks, die anonym und meist illegal über das Internet vertrieben werden, haben diese beiden Veröffentlichungen gezeigt, dass das durchaus auch im kulturellen Mainstream funktioniert. Mich hat das sehr gefreut, da es gezeigt hat, dass durch das kreative Brechen von Regeln Neues entstehen kann. Aber ich schweife ab. In der Diskussion ging es um Mashups von Webseiten. Geladene Redner von Google Maps und BBC Backstage stellten ihre jeweiligen Ansätze vor: Google Maps ist ein Service von Google, bei dem man Punkte in Karten markieren kann und auch als Programmierer damit arbeiten kann. Also im Prinzip hat jeder Zugriff auf das Material, solange er sie nur nichtkommerziell verwendet. BBC Backstage stellt Inhalte des BBC zur freien, nichtkommerziellen Verwendung zur Verfügung. Daraus können dann neue Sachen entstehen, wie z.B. Staumeldungen von BBC und Karten von Google Maps ergeben Staukarten. Sowas wäre als kommerzielle Anwendungen ziemlich aufwändig und teuer, aber so können das einfach interessierte Leute selber basteln und zur Verfügung stellen. Sehr interessanter Ansatz! Ich kann nur hoffen, dass mehr Firmen so Bausteine zur Verfügung stellen.

Den Rest des Tages hänge ich hauptsächlich an unserem Stand rum. Die meisten Leute haben uns mittlerweile gesehen, also ist nicht mehr so viel los, aber es kommen doch noch genug vorbei und mehrere Leute wollen auch Fotos oder Videos von mir, wie ich unser Computerorchester dirigiere.

Abends höre ich noch einen Vortrag über "End User Programming", also Programmierung von Leuten, die keine Profis sind. Der redner präsentiert einige Ansätze, wie man dies verbessern kann. Das ist durchaus sinnvoll, denn sehr viele Leute programmieren mittlerweile einfach so in ihrer Freizeit, aber es gibt nur wenige Werkzeuge, die leicht zu lernen und trotzdem mächtig genug sind, um damit etwas Sinnvolles anzufangen. Leider ist der Vortrag etwas lang und besonders gegen Ende tue ich mich etwas schwer, wach und aufmerksam zu bleiben.

Anschliessend schaue ich noch kurz am Stand von I-CubeX vorbei, wo mein Chef netterweise einige Sensoren für meine Arbeit am Lehrstuhl bestellt hat. Wenn die so funktionieren, wie wir uns das denken, dann würde mir das eine Menge Arbeit ersparen. Ich bin gespannt.

Abends schmeissen die meisten hier ausstellenden Firmen Parties in einem nahen Hotel. Wir entscheiden uns für die Google-Party, futtern ein bißchen Obst, trinken Wein und greifen Werbegeschenke ab. Es war eigentlich recht nett da, aber die Party wird gegen 8 vom Feueralarm beendet und alle werden gebeten, das Gebäude zu verlassen. Die Reaktion der Leute war echt lustig, der Alarm lief bestimmt 5 Minuten, bis sich irgendwer dafür interessiert (es lief laute Musik). Und auch als die Security kam und uns rauswarf waren die Leute eher genervt als verängstigt. Es war auch tatsächlich ein falscher Alarm und wir konnten bald wieder rein, aber die Party war damit irgendwie gestorben, da sich die Leute größtenteils schon verstreut hatten.

Zum Glück wussten wir von einer kleinen Privatparty von einigen Leuten der lokalen Uni, wo wir auch eingeladen waren. Da sind wir dann hin und fanden eine gemütliche Wohnzimmerparty vor. Hier habe ich dann tatsächlich auch ein paar Montréaler kennengelernt und mich gut unterhalten. Die Stimmung war angenehm locker, aber ich hatte leider ein bischen viel Wein. Bin zwar gut nach Hause gekommen, aber der nächste Morgen war alles andere als angenehm...

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