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Das wahre Leben

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Impressionen einer Dienstreise

Bin momentan in Spanien auf einer zweitägigen Dienstreise mit meinem Chef.
Ein paar Impressionen...
  • Zeitgleich mit der Konferenz ist der Fußballverein von Valencia in diesem Hotel, weil heute Abend Alcoy (da bin ich momentan) gegen Valencia spielt. Polizei vor dem Hotel, welche die Kinder zurückhält, die Autogramme wollen :-)
  • In Spanien scheint die 13 keine Unglückszahl zu sein, denn das ist meine Zimmernummer
  • Spanier sprechen nicht intensiv englisch, auch die Wissenschaftler nicht so wirklich
  • Daher konnte ich ausgiebig das Fingerfood testen, was alles recht lecker war. Besonders die Mini-Ciabatta mit der leckeren Salami sind toll
  • Zum Frühstück gab es neben den Müslis und Konfitüredingelchen auch lecker lecker fettig fettig Ceranoschinken
  • Ich liebe frei verfügbares Internet (hier in der Lobby). Vielleicht wird mit dem Auslaufen der Exklusiverträge (ab 2010 soll angeblich das T-Online-Monopol aufs iPhone fallen) das mobile Internet auch günstiger. Dann schaff ich mir auch sowas an
  • Es tut gut, während eines vllt. nicht so relevanten Vortrags mal die Gedanken schweifen zu lassen und die Dinge des Arbeitslebens zu ordnen. Habe vorhin eine Struktur für einen Vortrag gemacht und überlegt, wie unsere Projekthomepage aussehen soll. Diese Muße hätte ich im Büro nicht gehabt
Morgen Abend gehts wieder nach Düsseldorf/Aachen...

Dienstag, 28. Juli 2009

Toilettenlyrik und andere ganz normale Dinge



Vor einigen Jahren habe ich für das Hochschulradio Aachen mal einen Beitrag über Klosprüche gemacht. Die Idee fand ich damals total cool und abgefahren: Ich wollte einen Bericht darüber machen, was Studenten so auf Toilettenwände schreiben und ganz nebenbei noch herausbekommen, ob es Unterschiede zwischen Fachbereichen und Geschlechtern gibt. Die Analyse der Damentoiletten habe ich jedoch an eine Kollegin deligiert, also nicht dass jemand was Falsches denkt.

Heraus gekommen ist ein netter, kleiner Bericht, in den wir unsere persönlichen Highlights zusammen mit einigen subjektiven Eindrücken zu Toiletten-Trends gepackt haben.

Heute musste ich an diesen Bericht denken, da ich zufälligerweise kurz hintereinander zwei Dinge im Netz gefunden habe: Einmal das Toiletters-Blog, das sich mit nichts anderem als mit (englischsprachigen) Klosprüchen beschäftigt. Und dann noch eine Magisterarbeit an der Uni Bonn, in der sich eine Studentin mit Klo-Graffiti wissenschaftlich auseinandersetzte.

Ich könnte nun damit prahlen, dass ich diese bekloppte Idee schon vor mehreren Jahren hatte und schon damals Klo-Lyrik als das nächste große Ding identifiziert habe. Ich könnte auch über die scheinbaren Nachahmer jammern, auch wenn ich natürlich nicht weiß, ob irgendwer damals meinen Bericht überhaupt gehört hat.

Was ich aber daran wirklich interessant finde: Egal, wie bekloppt eine Idee ist, irgendwer hat sie garantiert schonmal so ähnlich gehabt und mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar veröffentlicht. Und ich finde das kein bißchen ärgerlich oder beunruhigend, sondern einfach nur gut. Denn so merkt man, dass man mit fast keiner wirren Idee jemals alleine ist - und dass es das "normale" Denken so eigentlich gar nicht gibt.

Dieser Beitrag wäre aber nicht komplett ohne meinen Allzeit-Klospruch-Favoriten, den ich einmal in einer Toilette des ehrwürdigen Audimax an der RWTH Aachen gelesen habe:

Linke Wand: Klo-Tennis. Schau nach rechts!
Rechte Wand: Klo-Tennis. Schau nach links!

Samstag, 14. März 2009

Man hört was man hören will

Die Tage erlebte ich ein tolles Beispiel dafür, wie sehr unsere Wahrnehmung doch von unseren Erfahrungen und Erwartungen geprägt ist.

Ich war die Woche auf einer Konferenz. Auf dem Rückweg saß ich im Flugzeug und las gerade in einem sehr spannenden Krimi. Gerade war ich an der Stelle, bei der die zahlreichen Opfer des Killers gefunden werden, da höre ich mit einem Ohr eine Durchsage der Stewardess:

"Meine Damen und Herren, wir bereiten uns auf den Start vor. Bitte verstauen Sie ihr Handgepäck sicher. Die Leichenteile in die Overheadcompartments, die ...."

Zutiefst erschrocken fahre ich auf. "Leichenteile hat sie gesagt ?" denke ich, doch schon in der gleichen Sekunde hat der Spracherkennungsalgorithmus in meinem Gehirn das Gehörte in den richtigen Kontext gezogen. Gesagt wurde natürlich "Die leichten Teile".

Was lernen wir daraus ? Wenn man etwas hört, sieht, liest, erzählt bekommt, sollte man immer im Hinterkopf behalten, das die Realität ganz anders aussehen kann als wie man sie erfährt. Das Witzige: Jeder erfährt die Realität anders, weil jeder von uns andere Erfahrungen, Erwartungen, Einstellungen hat.

Samstag, 7. März 2009

Datenschutz

Schon seit Jahren brodelt die Diskussion um den Datenschutz im Internet. Diese Diskussion habe ich bisher immer zwar interessiert, aber ohne echten Bezug zu dem Thema verfolgt - mir war selber bisher schlicht nie etwas passiert.

Das hat sich kürzlich geändert, und ich möchte diese Geschichte hier einmal dokumentieren, um anderen Leuten Mut zu machen, sich nicht alles gefallen zu lassen. Denn das kann ich schonmal vorwegnehmen: Die Geschichte war zwar ärgerlich, hat aber ein Happy End.

Im Sommer letzten Jahres wurde ich per Mail von einer Headhunterin kontaktiert, die mir eine Stelle im Raum Frankfurt anbot. Die Stelle passte nur so halb auf mein Profil, und auf Frankfurt hatte ich auch keine Lust. Also lehnte ich freundlich ab mit der Begründung, dass ich wenn überhaupt für Angebote aus der Region offen wäre.

Damit hätte die Sache eigentlich erledigt sein können - war sie aber nicht. Die Headhunterin war nämlich bei einer Personalvermittlungsagentur angestellt (deren Namen ich hier bewußt nicht nenne), und wie so viele Firmen verschickte auf diese zu Weihnachten pauschal an alle Leute, mit denen sie irgendwann mal was zu tun hatte, einen Weihnachtsgruß per E-Mail.

Dieser Weihnachtsgruß war inhaltlich komplett belanglos - ganz und gar nicht belanglos war aber, dass im "An"-Feld über 120 Personen im Klartext angeschrieben wurden, darunter auch zahlreiche Angestellte großer deutscher Firmen - für alle sichtbar. Ich bin normalerweise kein Erbsenzähler und hätte sowas in den meisten Fällen als blöden Fehler abgetan. Aber bei einer Personalvermittlung ist das etwas anderes. Jeder, der sich aus einer festen Anstellung heraus auf eine neue Stelle bewirbt weiß, dass man in so einer Situation sehr, sehr vorsichtig sein muss, damit keiner der aktuellen Kollegen Wind von der Sache bekommt. Selbst der Verdacht, dass sich jemand bewirbt, kann schon potentiell unangenehm werden, und der öffentliche Nachweis über einen Kontakt zu einer Personalvermittlungsfirma kann für unangenehme Fragen durchaus schon reichen.

Sofort bat ich per Mail um die Löschung meiner Daten. Darauf kam keine Antwort. Also fragte ich auch beim Landesamt für Datenschutz NRW (LDI) an, ob das denn so in Ordnung sei und ob man da nicht etwas gegen tun könnte. Einige Tage später meldete sich ein Sachbearbeiter, bestätigte klar, dass das nicht in Ordnung sei, und bot sich an, die Sache zu verfolgen. Ich sandte ihm also die Weihnachts-Mail als Beleg zu und wartete.

Zunächst passierte eine ganze Weile gar nichts, dann kam per Einschreiben(!) ein sehr, sehr wütender Brief vom Geschäftsführer der betreffenden Personalvermittlung, in dem er mir Denunziation vorwarf, den Fehler herunterspielte und um den Beleg bat, dass ich überhaupt um die Löschung meiner Daten ersucht hatte.

Ich habe ihm dann nochmal per Brief einen Ausdruck der Mail zugesandt, zusammen mit einem persönlichen Kommentar, dass ich das ganz und gar nicht für einen kleinen Fehler halte, schon gar nicht bei einer Personalvermittlung. Telefonisch habe ich dann auch nochmal mit dem zuständigen Sachbearbeiter beim LDI gesprochen, der mir sagte, dass er dem Unternehmen wohl eine offizielle Belehrung geschickt habe und daraufhin einen sehr wütenden Anruf bekommen habe. Für ihn sei die Sache damit aber erledigt.

Letzte Woche bekam ich dann auch von den Personalvermittlern die schriftliche Bestätigung, dass meine Daten jetzt gelöscht seien.

Fazit: Auch wenn ich schon oft genug persönliche Daten an Unternehmen weitergebe, so heißt das noch lange nicht, dass es mir egal ist, was damit passiert. Zwar gab es an das Unternehmen "nur" eine offizielle Belehrung, aber die wütenden Antworten zeigen mir, dass die Botschaft wohl angekommen ist. Sehr positiv fand ich bei der ganzen Geschichte übrigens das Verhalten des LDI, das ich als kompetent und hilfsbereit erlebt habe. Ich kann nach dieser Erfahrung nur empfehlen, sich nicht einfach alles gefallen zu lassen und zumindest mal bei den richtigen Stellen nachzufragen.

Sonntag, 11. Januar 2009

Der goldene Mittelweg

Als ich heute nichtsahnend durch das winterlich-verschneite Köln lief kam ich auf einmal an einen Ort, der mir den Atem stocken ließ.
Konnte es tatsächlich sein, dass ich ihn gefunden hatte? Den Ort, den manche ihr Leben lang suchen? Unglaublich! Wer konnte ahnen, dass der sagenumwobene Mittelweg einfach nur eine Straße in Köln ist! In wie vielen Diskussionen habe ich mich auf der Suche nach diesem Ort gequält? Wie oft wird er von anderen Menschen gesucht, und wie oft haben wir schon den Glauben daran verloren, dass es ihn überhaupt gibt?

Zugegeben, es ist nicht der goldene Mittelweg, aber das ist doch sicher nichts, was sich nicht mit ein wenig Farbe ändern ließe, oder?

Dienstag, 18. November 2008

Von Socken und Menschen

Gegen das sockenfressende Monster in der Waschmaschine behelfe ich mir, wie viele andere Menschen auch, mit einem einfachen Trick: Einzelne Socken packe ich nach jeder Wäsche in eine Socken-Kiste, in der die Einzelsocken dann gesammelt und irgendwann mal wieder zusammen sortiert werden.

Neulich saß ich mal wieder über meiner Socken-Kiste, um einige der grausam getrennten Paare wieder zusammen zu führen. Da ich hauptsächlich schwarze Socken trage gehe ich dabei nach einem klaren Muster vor:

Zuerst sortiere ich alle nicht-schwarzen Socken. Das geht einfach, denn es sind nicht viele, und sie fallen unter den ganzen schwarzen schnell auf.

Als zweites suche ich alle schwarzen Socken mit eingewebtem Muster und sortiere sie zusammen. Das ist schon etwas schwieriger, da man manchmal genau hinsehen muss, welche Socke denn wo ihr Muster hat und wie genau es sich von den anderen unterscheidet. Geht aber auch noch irgendwie.

Zuletzt gehe ich an die ganzen anderen schwarzen Socken, die sich nur anhand der Stoffdicke, der Länge und der Riffelung unterscheiden. Das ist normalerweise ziemlich nervig, und damit kann man problemlos einige Stunden verbringen.

Je häufiger ich diese Prozedur durchmache, desto weniger Lust habe ich auf den letzten Schritt. Dabei käme es gar nicht mal so sehr auf Genauigkeit an: In einem verwegenen Moment habe ich mal zwei nur ähnliche, aber nicht genau gleiche Socken zu einem Paar geformt. Mir sind davon weder die Füße abgefallen, noch kam ein wütender Sockendämon zu mir, der vielleicht nur mit Nylon-Strümpfen (die ich nicht habe) zu besänftigen wäre.

Eigentlich ist es doch seltsam: Die rein schwarzen Socken erfüllen ihren Zweck kein bißchen besser oder schlechter als die gemusterten, und wenn ich mal ein Auge zudrücken würde, dann wäre auch das Sortieren nicht so schlimm. Trotzdem fühlt es sich irgendwie falsch an, zwei Single-Socken, die nie füreinander bestimmt wären, auf engstem Raum zusammenzupressen. Das macht man einfach nicht.

So ist meine Socken-Kiste eigentlich immer voll mit schwarzen Einzelsocken, die ich nur deswegen nicht paare, weil ich zu faul und/oder zu perfektionistisch bin.

Was lernen wir daraus? Man muss nicht immer besser sein - nur ein bißchen anders sein reicht manchmal völlig.


Dienstag, 15. Juli 2008

Ist das Leben linear skalierbar ?

Heute morgen war ich in einer Vorlesung für Konstrukteure und habe Werbung für eine Diplomarbeit gemacht, die man bei mir schreiben kann.

Der Professor sagte zu Beginn zu den Studenten:

"Wundern Sie sich nicht, dass ich heute so humpele. Ich habe gestern ein IKEA-Regal aufgebaut und mir damit den Fuß aufgeschlitzt."

Setzen wir das mal ins Verhältnis:
  • Er ist Professor für Konstruktionslehre und schlitzt sich beim Aufbau eines IKEA-Regals den Fuß auf.
  • Ich bin nur Dipl.-Ing. und muss demnächst eine ganze Küche aufbauen.
Wenn das Leben nun linear skalierbar wäre, würde das bedeuten, dass ich mir dabei mindestens drei Extremitäten und zwei lebenswichtige Organe verletze.

Zum Glück ist das Leben nicht so wie Höhere Mathematik I (es ist viiiel komplizierter...). Daher sehe ich dem Küchenaufbau recht optimistisch entgegen :-)

Dienstag, 10. Juni 2008

Fotokopp

Woran merkt man, dass man zuviel fotografiert ?
Ich stand heute im Foyer des Instituts und schaute aus dem Fenster. Sehr helles Licht blendete mich, davor die Silouetthe der schönen Stadt Aachen. Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss war:
"Mensch, heute ist der Himmel aber wieder total überbelichtet !"

Mittwoch, 28. Mai 2008

Ich bin doch nicht blöd ?!?

Gestern wollte ich ein wenig in der CD- und DVD-Abteilung des MediaMarkt stöbern. Der Sicherheitsmensch am Eingang forderte mich höflich dazu auf, doch bitte meine Tasche einzuschliessen (eine kleine Umhängetasche, kein großer Rucksack wohlgemerkt). Ich lehnte ab, schliesslich waren alle Wertsachen und Schlüssel in der Tasche.
"Die Geschäftsleitung hat angewiesen, dass alle Taschen eingeschlossen werden müssen" kam es da vom Sicherheitsonkel. Also machte ich auf dem Absatz kehrt und verliess den Laden. Zuhause schrieb ich eine böse email an MediaMarkt.

Dieses Taschen wegschliessen nervt total und ist völlig sinnfrei. Wer klauen will, klaut auch ohne Tasche. Große Rucksäcke können in den Regalreihen ja hinderlich sein, das würde ich noch einsehen. Aber prinzipiell jede Tasche wegschliessen ist Schikane. Alles ist per Video überwacht, es gibt die Alarmschleusen an jedem Ausgang.

Es ist ähnlich wie diese keine-Flüssigkeiten-im-Flugzeug-Sache, auch wenn der Vergleich ein wenig krude ist zugegebenerweise. Die Leute, die nix Böses im Schilde führen, werden schikaniert und sind genervt; diejenigen, die Böses wollen, schaffen es eh. Irgendwo muss mal ein Strich gezogen werden mit Sicherheitsmaßnahmen.

Sonst werden im Mediamarkt einem demnächst am Eingang die Hosentaschen vernäht und man bekommt die Hände auf den Rücken gebunden.

Samstag, 10. Mai 2008

Kaffee mit Cursor

Neulich hab ich mir mal einen leckeren heissen Kaffee gemacht und, weil ich so ein Weichei bin, Milch hinzugegeben. Der große Gott des Zufalls wollte, dass dabei ein gar ulkiges Muster entstand.

Kein Photoshop ! Echter Zufall !

Kaffee mit Cursor

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