Gestern habe ich als DJ die
Hochzeit eines Kollegen beschallt. Ich dachte ja eigentlich, dass ich mit dem Ende meines Studidaseins auch vom DJing Abschied nehmen muss, aber als ich gefragt wurde habe ich mich natürlich nicht lange bitten lassen.
Tatsächlich war es eine wirklich schöne Veranstaltung, zu der ich auch einen guten Teil beitragen konnte. Zum Essen habe ich
Buddha Bar und
[re:jazz] serviert, und hinterher gab es dann eine bunte Mischung aus Partyklassikern, Rock, House und HipHop.
Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass Hochzeiten bei vielen DJs eher ungeliebte Aufträge sind. Die Gäste sind natürlich nicht wegen einer bestimmten Musikrichtung gekommen und sich selten geschmacklich einig, also spielt man halt größtenteils
Konsensmusik, was viele DJs langweilig finden. Geht mir prinzipiell auch so, aber trotzdem habe ich jetzt schon des öfteren die Erfahrung gemacht, dass es auch auf Hochzeiten gut ankommt, wenn man den Leuten nicht nur 08/15-Programm bietet. Gestern gingen die Leute beispielsweise ziemlich zu House ab, obwohl sich sicher wenige als House-Fans bezeichnen würden.
Meine Theorie dazu: Leute, die heiraten, sind meistens so um die 30, die Mehrzahl der Gäste also auch. In dem Alter ist man zwar noch nicht alt, die meisten schlagen sich aber deutlich seltener in Clubs die Nächte um die Ohren als Mittzwanziger. Trotzdem hört man natürlich nicht auf, Musik zu mögen, und wenn man dann auf einer Hochzeit ist, dann sind viele demnach sogar ganz dankbar, wenn da zumindest ein bißchen Musik läuft, die man eher in einem Club als in einem Kirmes-Festzelt erwarten würde. Natürlich würde ich bei so einer Veranstaltung nie ein reines House-Set fahren, aber man muss auf jeden Fall nicht komplett in Ü30-Party-Klischees verfallen, um die Tanzfläche zu füllen. Und als sich die komplette Meute zu Ami-HipHop auf der Tanzfläche weggerockt hat war das schon irgendwie ein cooles Bild, obwohl ich die
"Ey, spiel mal HipHop"-Fraktion auf den Studentenparties in Aachen immer gehasst habe.