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Nachgedacht

Montag, 7. September 2009

Erkenntnis des Tages

Für Hindus ist Selbstmord nur eine temporäre Lösung

Dienstag, 9. Juni 2009

Netzpolitik

Ich weiß nicht, ob es allein am Superwahljahr 2009 liegt, dass ich mich wieder mehr mit Politik auseinandersetze. Vielleicht hängt es auch ganz schlicht damit zusammen, dass ich mich in letzter Zeit häufiger über politische Diskussionen und Gesetzesinitiativen geärgert habe.

Ganz vorne dabei ist da natürlich die derzeitige Diskussion um Internet-Sperren, über deren Sinn und Unsinn schon so viel geschrieben wurde, dass ich es jetzt nicht nochmal wiederholen muss.
Was mich aber wirklich, wirklich an der ganzen Sache stört:
Ich habe bei den Machthabern häufig den Eindruck, dass sie wenig Ahnung von Internet-Themen haben. Das alleine wäre noch nicht schlimm, man kann ja nicht alles wissen. Aber dass sie sich auch nicht in die Netzkultur einfühlen wollen und können, das finde ich schon höchst ärgerlich.

Es wird gerne so getan, als sei das alles ja nicht so wichtig. Es ist ja "nur" Internet. Für Digital Natives wie mich ist das Netz aber viel mehr: Ich verdiene mein Geld damit, ich verbringe einen großen Teil meiner Freizeit darin, und auch viele "echte" Kontakte knüpfe und pflege ich darüber. Da ist es mir wirklich alles andere als egal, was hier passiert. Und ich habe ein großes Problem damit, wenn Leute darüber entscheiden, die es eigentlich nicht interessiert.

Ich hoffe, dass bald mal die ersten Natives in die interessanten politischen Ämter kommen und zeigen, was für ein Potential hier noch ungenutzt ist - und die "unseren" Themen endlich mal eine deutliche Stimme geben.

Montag, 22. Dezember 2008

Das tapfere Schneiderlein

Gerade eben war ich bei dem Schneider um die Ecke um eine Jacke abzuholen, die er repariert hat. Der Schneider ist ein freundlicher Mann mittleren Alters, vermutlich arabischer Herkunft, und es ist wirklich ein Segen, ihn in der Nachbarschaft zu haben. Ich kann schon gar nicht mehr sagen, wie viele Lieblingsklamotten er mir schon gerettet hat, und dabei wohne ich gerade mal 2 Jahre hier.

Seitdem ich diesen Schneider in der Nähe habe nehme ich Schneider-Dienstleistungen viel häufiger in Anspruch als jemals zuvor. Das ist oberflächlich gesehen seltsam, denn als Student hatte ich ja eigentlich viel weniger Geld und hätte mit der Erparnis (Reparieren statt Neukaufen) eigentlich viel mehr anfangen können. Tatsächlich liegt es wohl hauptsächlich an der Bequemlichkeit und daran, dass ich manche Kleidungsstücke einfach so sehr mag, dass ich sie ungern einfach so ersetzen möchte.

Der Schneider brachte mich dabei zum nachdenken: Gerade in letzter Zeit sind die Zeitungen ja mal wieder voll von Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft, und auch aus meinem direkten Umfeld höre ich schon von den ersten konkreten Auswirkungen.

Was mich aber wirklich interessieren würde: Lassen die Leute in schlechten Zeiten ihre kaputten Klamotten häufiger beim Schneider reparieren oder kaufen sie einfach insgesamt weniger? Oder bei Autos: Kaufen jetzt mehr Leute Gebrauchtwagen oder wird generell weniger in Autos investiert?

Ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute einfach mal, dass sich der Lebensstil der allermeisten Leute nur ganz, ganz langsam und auch nur im allernötigsten Maße verändert. Das würde bedeuten: Weniger Klamotten kaufen ist (halbwegs) ok, aber wer bisher seine Sachen nicht vom Schneider hat reparieren lassen, der wird es auch in naher Zukunft nicht tun.

Andererseits: Manchmal kaufen sogar Jedis Gebrauchtwagen...

Sonntag, 2. November 2008

Zu kompliziert?

Seit gut zwei Jahren habe ich nun den kuscheligen Elfenbeinturm der Universität verlassen und bin den Wirrungen des "wahren Lebens" ausgesetzt. Das mag jetzt übertrieben dramatisch klingen, aber tatsächlich hatte ich in den letzten 1-2 Jahren meines Studiums das Gefühl, das System "Universität" ganz gut verstanden zu haben. Ich wusste, wo ich was bekam, kannte die Regeln des Systems und konnte sie gut zu meinem Vorteil nutzen.

Seitdem ich kein Student mehr bin muss ich mich mit vielen Dingen rumärgern, die vorher kein großes Thema waren. Private Altersvorsorge. Verträge. Behörden. Versicherungen. Solcher Kram halt. Jeder, der sich da mal reinarbeiten musste weiss, wie nervig und kompliziert sowas sein kann, aber dass man da doch irgendwie durch muss.

Da mag etwas dran sein - aber irgendwie bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass mit diesem ganzen komplizierten Zeug irgendwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung ist. Da entstehen Millionen-Kosten, weil Patienten ihre Beipackzettel nicht verstehen. Werbe-Kampagnen gehen an Konsumenten vorbei, weil sie auf Englisch sind. Und jeder, der sich auf einer Webseite anmeldet, stimmt einem Dokument zu, das er kaum versteht.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die erwähnten Geschichten nur die Spitze des Eisbergs sind. Was ist hier eigentlich los?

Ich bin mir sicher, dass all diese Dokumente von intelligenten, verantwortungsbewussten Profis geschrieben wurden. Und doch gehen deren Botschaften an einem nicht gerade kleinen Teil der Bevölkerung komplett vorbei. Ich glaube, ein guter Teil des Problems liegt darin, dass jeder von diesen intelligenten, veranwortungsbewussten Profis seinen Job ganz besonders gründlich erledigen möchte - und dabei komplett vergisst, dass für alle außer ihm das Ergebnis seiner Arbeit nur einen mittleren bis hinteren Platz in den individuellen Prioritäten ausmacht.

Ein paar Hoffnungsschimmer gibt es aber auch, z.B. in Form des amerikanischen Plain Language Act, der Regierungsinstitutionen die Verwendung klarer, verständlicher Sprache vorschreibt. Eine ähnliche Initiative wäre doch mal in Deutschland eine feine Sache - oder wäre das zu kompliziert?

Mittwoch, 7. Mai 2008

Falscher Fehler

Heute war ich dienstlich im Packing Center Duisburg. Das ist eine Firma, die Materialien einlagert und dann seetüchtig in Container verpackt.
Während wir also zwischen Kisten mit Schrauben, Muttern und Metallplatten herumkletterten sah ich, wie ein Gabelstapler gerade Paletten mit Red Bull-Dosen in einen Container wuchtete.
Das fand ich extrem uncool. Red Bull muss man doch nicht in Seecontainer stecken, die Dosen sollte man mit dem Flugzeug transportieren, denn Red Bull verleiht bekanntlich Flügel.

Flachwitz Ende.

Sonntag, 6. Januar 2008

Keine Milch im Getränkemarkt

Heute, am besinnlichen Sonntag, ist es einmal an der Zeit, in sich zu gehen und die Gedanken um ein Thema kreisen zu lassen, das wohl alle Leser dieses Blogs bewegt: Milch

Erst gestern machte ich mich wieder einmal auf den Weg, um dieses weiße Glück in Tetra-Packs zu erwerben. Und so führte mich mein Weg in einen günstig gelegenen Getränkemarkt, den ich auch gerne zum Erwerb anderer trinkbarer Flüssigkeiten frequentiere.

Doch obwohl dieser Markt mit einer Vielzahl an Biersorten, Softdrinks, Kaffeesorten und sogar T-Shirts glänzen konnte: Nirgendwo gab es Milch!

Dabei ist Milch doch unbestreitbar ein Getränk, und sie ist mehr als das: Für die meisten von uns die allererste Nahrung, die wir in unserem Leben zu uns nehmen. Sie erfrischt uns als Milkshake oder lässt unseren Kaffee weniger bitter schmecken. Und dann gibt es so ein tolles, vielseitiges und lebensspendendes Getränk nicht in einem Getränkemarkt?!

Eine kurze Gedankenrecherche offenbarte, dass ich tatsächlich noch nie Milch in einem Getränkemarkt kaufen konnte. Man könnte dies nun einfach so akzeptieren, aber ich will nicht länger schweigen:

WIESO??? Wieso gibt es Milch nur im Supermarkt, aber nicht beim Getränkehändler? Sagt mir den Grund, auf dass ich ihn beseitigen kann! Oder zumindest, damit ich nicht dumm sterben muss...

Freitag, 19. Oktober 2007

"Mach aus jeder Situation das Beste"

Wer mir so einen optimistischen Klugscheißerquatsch um die Ohren haut, der muss normalerweise damit rechnen, von mir hemmungslos verarscht zu werden. Es gibt aber auch Situationen, aus denen man tatsächlich mehr Zufriedenheit rausholen kann, auch wenn man nicht wirklich etwas ändern kann.

Zum Beispiel beim Bus- und Bahn fahren. Die Lokführer streiken ja bekanntlich im Moment ein wenig lustig in der Gegend rum. Das war gestern Abend ein wenig unpraktisch, als ich nach einem Besuch bei einer Partnerfirma meines AG noch spät wieder mit der S-Bahn nach Hause wollte. Die fuhr nämlich nicht mehr. Wie gesagt, Streik und so.

Klar geht auch immer die Straßenbahn, aber die war in dem Fall wesentlich langsamer, und außerdem war es schon spät und die nächste Bahn fuhr erst in 20 Minuten. Daran gab es nichts zu ändern.

Was allerdings ging: Ich konnte noch entscheiden, ob ich warten wollte oder nicht. Ich entschied mich für letzteres, stellte den iPod auf "flotte Marschmusik" und marschierte los. Als die Bahn kam war ich schon ca. 2km und zwei Bahnstationen weiter. Schneller zu Hause war ich so zwar auch nicht, aber ich habe wenigstens nicht gewartet.

Freitag, 7. September 2007

Gegen Online-Durchsuchungen!

Die Diskussion darum, ob Online-Durchsuchungen jetzt gebraucht werden oder nicht, kocht schon seit einigen Wochen. Nach den kürzlichen Festnahmen sind schon 58% der Deutschen dafür. Vermutlich wären im Moment auch viele gegen ein Verbot von Haarbleichmitteln, wenn behauptet würde, das wäre gegen den Terrorismus (da ist ist ja immerhin Wasserstoffperoxid drin, und damit kann man Bomben bauen!).

Ich habe irgendwie den Eindruck, dass in der öffentlichen Diskussion nie so richtig erklärt wird, was Online-Durchsuchungen eigentlich heißen. Im Klartext bedeuten sie ja nichts anderes als dass durch Ausnutzen von Sicherheitslücken, der Arglosigkeit des Nutzers (Trojaner u.ä.) oder beidem Daten vom PC eines Nutzers ausgespäht werden. Dafür braucht man natürlich eben eine solche Sicherheitslücke oder einen arglosen User, um sich einschleusen zu können. Wer seinen Rechner schützt und weiß, wie er sich vor Gefahren schützt, bei dem dürfte es zumindest schwieriger sein, sich einzuschleusen.

In der Konsequenz bedeutet das doch, dass die Beschäftigung mit IT-Sicherheit einen schon verdächtig machen würde. Es gäbe ein politisches Interesse daran, dass Sicherheitssoftware nicht zu gut wird oder dass immer noch ein paar Sicherheitslücken offen bleiben. Und davon würden auch ganz andere Leute profitieren, die bestimmt nicht den Schutz der Gesetze im Blick haben.

Mittwoch, 8. August 2007

Warum ich kein Fernsehen mehr gucke

Immer und immer wieder werde ich höchst verwundert angestarrt, wenn ich erzähle, dass ich (fast) kein Fernsehen gucke. Unheimlich viele Leute können sich das überhaupt nicht vorstellen und stempeln mich deswegen als Sonderling ab. Grund genug, dazu mal ausführlich Stellung zu nehmen.

Wie viele aus meiner Generation bin ich mit dem Fernsehen aufgewachsen. Seit es Mitte der 80er Privatfernsehen in Deutschland gab, verbrachte ich einen Großteil meiner Zeit damit, trashige amerikanische Serien wie Knight Rider, Airwolf oder MacGuyver zu sehen. Daran änderte sich zunächst auch nicht viel, als der Rechner mehr und mehr zu meinem Lieblingsspielzeug wurde. Ich schaute dadurch vielleicht etwas weniger fern als mancher Altersgenosse, aber immer noch genug. Als Schüler hat man ja massig Zeit, die irgendwie vertrödelt werden will.

In mein Studentenzimmer habe ich dann meinen Fernseher nicht mehr mitgenommen. Das hatte natürlich mit fehlendem Platz zu tun, aber ich dachte mir ja, ich könne immer noch über den Rechner gucken. Das tat ich auch gelegentlich, aber immer seltener. Gerade im Studentenleben gab es mehr als genug wichtiges und interessantes, dass ich prima ohne Fernsehen leben konnte. Und wirklich entspannen kann ich mich eh viel besser mit geschlossenen Augen.

Als ich dann anfing zu arbeiten war das Fernsehen eigentlich endgültig für mich gestorben. Ich weiss eh nie, wann genau ich denn jetzt nach Hause komme. Bestimmte Sendungen einzuplanen wäre einfach Blödsinn, außer sie beginnen erst spät.

Außerdem hat das klassische Fernsehen zwei Eigenschaften, die mich ganz besonders stören.
1. Starre Sendezeiten: Der heissersehnte Film fängt um 20 Uhr an, aber ich komme erst um 20.30 Uhr nach Hause? Tja, da habe ich wohl Pech gemacht.
2. Werbung: Ja, ich weiss, sie ist nötig, um das Free-TV zu finanzieren. Aber sie geht mir trotzdem mächtig auf den Zeiger.

Trotz allem mag ich natürlich nach wie vor gute Filme, gelegentlich sogar mal Serien. Aber mittlerweile gibt es doch genug Möglichkeiten, da ran zu kommen ohne sich mit o.g. Nachteilen abfinden zu müssen. Die nächste Videothek ist quasi um die Ecke, und ein Film meiner Wahl ohne Werbung und in guter Qualität kostet da gerade mal 2-3 €. Für den kleinen Entertainment-Snack zwischendurch gibt es YouTube & Co. Und sollte ich wirklich mal irgendwann am Arsch der Welt leben, so kann ich mir DVDs immer noch per Post günstig ausleihen.

Angesichts dieser Möglichkeiten würde ich den Spieß sogar umdrehen: Warum sehen Leute noch fern? Gute Unterhaltung ist mittlerweile günstig und einfach zu bekommen, und so oft wie ich Leute über das Fernsehprogramm meckern höre kann es doch so toll auch nicht sein. Warum werde ich trotzdem immer noch wie ein Auto angesehen, wenn ich mich als Nicht-Fernseher oute?

Und um es klar zu stellen: Wenn ich wirklich fernsehen will, dann kann ich das auch. Ich habe einen DVB-T-Empfänger für meinen Mac, damit kann ich jederzeit gucken, wenn ich will. Dass ich das jedoch das letzte Mal getan habe ist Wochen, wenn nicht Monate, her.

Sonntag, 22. Juli 2007

Geschäftsidee: Partnervermittlung für Kriminelle

Beim sonntäglichen Frühstück, wenn man die Gedanken einfach so schweifen lässt, kommen schonmal recht kreativ Einfälle. Mir ist dabei heute sogar eine echt tolle Geschäftsidee gekommen:

Ich erinnerte mich daran, dass ich vor einer Weile mal einen Artikel gelesen hatte, wo es um die Resozialisierung von Straftätern ging. Dabei war eine der Behauptungen des befragten Experten, dass es sich besonders günstig auf die Rückfälligkeitsquote auswirkt, wenn die ehemaligen Straftäter heiraten, Kinder kriegen und sich damit viel zu sehr in der Verantwortung für ihre Familie sehen, um nochmal das Risiko einzugehen, in den Knast zu wandern. Ich habe dazu gerade mal etwas rumgegooglet, und das scheint wohl tatsächlich auch von einigen wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Thema gestützt zu werden (anfangen kann man z.B. beim Institut für Kriminologie an der Uni Tübingen).

Wenn das also wirklich so zu sein scheint, warum dann diesen äußerst günstigen Effekt dem Zufall überlassen? Mittlerweile gibt es doch für so ziemlich jeden eine Partnervermittlung im Internet. Wer bei Liebesalarm, Friendscout24 oder Neu.de nicht so ganz reinpasst, der kann sich ja jetzt schon auf Singlebörsen für Behinderte, Goths, oder Bauern umsehen. Warum gibt es denn da noch nichts für ehemalige Kriminelle?

Da könnte man dann Leute treffen, die einen wirklich verstehen, mit flotten Sprüchen direkt rangehen ("Für dich würde ich jederzeit die Seife fallen lassen!") oder eine Partnerin für den nächsten Banküberfall finden. Und das ganze könnte man sich bestimmt auch noch von Papa Staat sponsern lassen, der ja auch sonst Resozialisierungsmaßnahmen bezahlt.

Arbeitstitel: www.bonnietrifftclyde.de

Ob ich mir die Domain schonmal sichern sollte?

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